APOLDA – Der Unangepasste
Der Kommunist Johann Ollik gerät immer wieder mit dem NS-Regime in Konflikt. Er ruft zum Streik auf, solidarisiert sich mit Zwangsarbeiter:innen und besorgt sich ein Gewehr.
Ab 1933 im Widerstand aktiv, organisierten sich viele Kommunist:innen und Sozialist:innen auch während des Krieges und bekämpften den Nationalsozialismus – getreu ihrer Überzeugungen.
EISENACH – Wegen ein paar Kaninchen
Französische Zwangsarbeiter stehlen Lebensmittel und Kaninchen und verkaufen sie zum Teil auf dem Schwarzmarkt. Sie werden angezeigt und verhaftet.
Zwangsarbeiter:innen verübten oft kleine Diebstähle und beteiligten sich an Schwarzhandel, um ihre schlechte Versorgung zu verbessern – Selbsthilfe, welche die NS-Justiz hart bestrafte.
BUCHENWALD – Volksfront im Malermagazin
Seit 1943 ist der Sozialdemokrat Hermann Brill Häftling im KZ Buchenwald. Mit Gleichgesinnten arbeitet er dort im Verborgenen an Plänen für ein anderes Deutschland nach dem Krieg.
Selbst in den Konzentrationslagern setzten langjährige politische Gegner:innen des Nationalsozialismus ihren Widerstand fort – auch intellektuell.
HERMSDORF – Die Rächer
Als ukrainischer Zwangsarbeiter getarnt, schließt sich Naum Spektor einer Widerstandsgruppe an. Diese deckt seine jüdische Herkunft; zusammen planen sie Sabotageakte.
Aufgrund geteilter politischer Überzeugungen entschlossen sich manche Deutsche und Zwangsarbeiter:innen zum gemeinsamen Kampf – Gegenwehr war wichtiger als deren Konsequenzen.
NIEDERORSCHEL – Erfolgreich tapfer
Der Schlossermeister Johannes Drößler arbeitet in der Fabrik Seite an Seite mit jüdischen KZ-Häftlingen. Er steckt ihnen Lebensmittel zu und geht sogar noch einen Schritt weiter.
Jüdinnen und Juden zu retten, war außergewöhnlich und oft nur gemeinschaftlich möglich. Dennoch brauchte es Einzelne, die mutig vorangingen – selbstlos und mitmenschlich.
MITTELBAU-DORA – Plötzlich Feind
Italienische Soldaten werden nach Mussolinis Sturz gefangengenommen und ins KZ Mittelbau-Dora deportiert. Einige beschweren sich über ihre Behandlung und werden erschossen.
Jede Art der Auflehnung gegen die Willkür der SS wurde in Konzentrationslagern rücksichtslos niedergeschlagen – selbst kleinster Widerspruch hatte oft tödliche Folgen.
RUDOLSTADT – Freiheit ist Luft, die man atmet
Der Kriegsgefangene François Mitterrand flieht und läuft bis an die französische Grenze, bevor er gefasst wird. Es ist der erste von drei Fluchtversuchen.
Fluchtversuche zeigten den Willen, wieder selbst über sein Leben bestimmen zu können. In einer feindlichen Umgebung konnten sie nur mit Hilfe Dritter gelingen – meistens blieb Hilfe aus.
SCHMÖLLN – Und alle schauen zu
Drei deutsche Frauen versorgen drei hungernde polnische Zwangsarbeiter mit Suppe. Die Konsequenzen sind öffentliche Demütigungen, KZ-Haft und Hinrichtungen.
Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung hatte die NS-Ideologie verinnerlicht. Kleine Gesten der Mitmenschlichkeit verstießen gegen die rassistischen Regeln – auf solchen „Verrat“ folgte Ausschluss.
GOTHA – Katholische Aktion
Der französische Zwangsarbeiter Marcel Callo findet durch seinen Glauben neuen Lebensmut und gibt ihn weiter: Mit anderen organisiert er für seine Landsleute Gottesdienste und seelischen Beistand.
Seine Religion auszuüben, war ein Akt der Selbstbehauptung und den deutschen Behörden stets verdächtig – Duldung, Verbote und Verfolgung lagen nah beieinander.
SUHL – Kleine Unterschiede
Im Betrieb der erfolgreichen und hoch angesehenen Familie Greifzu werden ukrainische Zwangsarbeiterinnen gut, fast freundschaftlich behandelt.
Arbeitgeber:innen hatten Handlungsspielräume im Umgang mit Zwangsarbeiter:innen und konnten so die rassistischen Vorgaben abmildern – nur wenige nutzten sie.
WEIẞENSEE – Zweimal verurteilt
Die deutsche Landarbeiterin Wilhelmine Krauslach pflegt Kontakt zu einem polnischen und später auch zu einem französischen Kriegsgefangenen. Wegen „verbotenen Umgangs“ muss sie ins Gefängnis.
Bei der rassistischen Behandlung von Zwangsarbeiter:innen nicht mitzumachen, wurde misstrauisch beobachtet – selbst Mitleid war unerwünscht.
ZELLA-MEHLIS – Papa Fritz und Mama Elsa
Die beiden Ukrainerinnen Anna Burlaka und Lida Deinela treffen auf das kommunistische Ehepaar Wolf. Diese behandeln sie wie Familienmitglieder und nehmen sie in ihre Widerstandsgruppe auf.
Politischer Widerstand stellte sich dem Nationalsozialismus auf allen Ebenen entgegen – von der Solidarität mit Verfolgten bis zum Aufbau illegaler Netzwerke.
Shownotes
Idee und Konzept: Michael Löffelsender, Daniel Logemann, Dorothee Schlüter, Aljoscha Weddig
Hörstücke: FUNKHAUS ost
Texte: Martha Hennersdorf und Maximilian Netter
Redaktion und Regie: Maximilian Netter
Musik und Produktion: Mario Weise
Technische Umsetzung: Jason Reitzner
Sprecher:innen: Markus Fennert, Fabian Hagen, Nadja Robiné, Janus Torp, Doris Wolters
Interventionen und Installation: Konzept und Gestaltung: Anke Heelemann
Beteiligte Gewerke und Partner:innen: MOS ArchitekturDESIGN Gregor Sauer und Andrea Heller, Druckerei Schöpfel, Signa Werbung Leipzig, Thomas Müller
Recherche: Andreas Froese, Gregor Gerweck, Sebastian Hammer, Maëlle Lepitre, Daniel Logemann, Viktoryia Maiseichyk, Marie Meusinger, Anne Otto, Aljoscha Weddig
Texte: Andreas Froese, Sebastian Hammer, Maëlle Lepitre, Michael Löffelsender, Daniel Logemann, Maximilian Netter, Anne Otto, Carsten Weber, Aljoscha Weddig
Öffentlichkeitsarbeit: Anne Otto, Dorothee Schlüter, Carsten Weber, Aljoscha Weddig
Bildungsarbeit: Suntje Brumme, Karoline Wirth
Verwaltung: Kathleen Böttcher
Informationstechnik: Jens Vehlhaber
Medienpartner: Radio LOTTE Weimar
Wir danken allen Personen und Institutionen, die zum Gelingen dieses Projektes beigetragen haben. Nichtnennungen bitten wir zu entschuldigen, sie sind keine Absicht.
Arolsen Archives, AUSTRIAN AUDIO GmbH, Marc Bartuschka, Xavier Béal, Dorit Bieber, Maïa Ceyrat aus dem Verlag Odile Jacob, Jessica Lindner-Elsner (awe), Peter Franz, Thomas Gueydier aus dem Diocèse de Rennes und Michel Chauvin, Hauptstaatsarchiv Weimar, Hessischer Rundfunk, Jan-Henner Hofmann, Kreisarchiv Gotha, Kreisarchiv Hildburghausen, Kreisarchiv Rudolstadt, Landesarchiv Thüringen (Abt. 5 Rudolstadt), Staatsarchiv Gotha, Staatsarchiv Leipzig, Staatsarchiv Meiningen, Stadtarchiv Gera, Stadtarchiv Rudolstadt, Stadtarchiv Suhl, Stadtarchiv Weißensee, Stadtverwaltung Hermsdorf, Sabine Stein, Udo Wohlfeld
Gefördert durch die Fondation Tour du Monde