Rüstungsbetriebe nutzten bedenkenlos den Zugriff auf billige und möglichst gut ausgebildete Zwangsarbeiter:innen. Deren Unterbringung und Versorgung interessierte sie hingegen kaum. Die Zwangsarbeiter:innen waren meist in Barackenlagern in der Nähe der Betriebshallen untergebracht. Viele litten unter ständigem Hunger. Sie wurden bei der Arbeit, im Lager und in der arbeitsfreien Zeit kontrolliert und schikaniert.
Im größten Flugmotorenwerk des Deutschen Reiches, dem Werk II von BMW in München-Allach, waren gegen Ende des Krieges 90 Prozent der Belegschaft Zivilarbeiter:innen aus dem besetzten Europa, Kriegsgefangene oder KZ-Häftlinge. Zwischen 1939 und 1944 war die Zahl der Beschäftigten von 1 000 auf über 17 000 Personen angestiegen.
Die Zwangsarbeiter:innen waren sowohl in der Fertigung als auch beim Ausbau des Werkes tätig. Aufgrund seiner rüstungswirtschaftlichen Bedeutung wurde BMW von den Arbeitsämtern bei der Zuweisung von Arbeitskräften bevorzugt. Trotzdem konnte der Personalbedarf des Unternehmens nie völlig gedeckt werden.
Die westeuropäischen Arbeiter:innen wohnten teils in Privatquartieren. Für alle anderen entstanden bis 1944 rund um das Betriebsgelände mehrere Barackenlager, in denen über 14 000 Menschen untergebracht waren. Zu ihnen zählten auch mehrere Tausend KZ-Häftlinge, um deren Zuweisung sich die Firmenleitung bereits 1942 bemüht hatte.